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myr

ein neuer kaffee in unserem sortiment und der kommt mit vielen geschichten im gepäck. die erste beginnt in der ukraine. ende märz wurden wir von julia von !FEST Coffee Mission kontaktiert. !FEST ist ein ukrainischer rohkaffee händler mit sitz in lwiw, im westen der ukraine. in kiew unterhielt die firma ein weiteres büro mit labor und einen coffeeshop. !FEST ist seit vielen jahren eine engagierte und faire partnerin für kaffeeproduzentinnen im specialty bereich.
mit beginn der russischen invasion wurde der betrieb in kiew geschlossen. die einrichtung in lwiw konnte weitergeführt werden und bot bald platz für röstereien aus anderen gebieten der ukraine, in denen keine arbeit mehr möglich war. die betriebe oder die infrastruktur waren zerstört oder schlichtweg zu gefährlich wäre die arbeit gewesen und ist sie nach wie vor. und selbst jene, die noch produzieren konnten, hatten und haben einen großen teil ihrer kundeninnen verloren.
vor dem krieg gingen mehr als 70 % der importe von !FEST an röstereien in der ukraine. nun mussten container auf halbem weg zurück in die produktionsländer geschickt werden oder wurden nach polen umgeleitet. zu allem leid kam so auch noch der wirtschaftliche schaden für die prodzuentinnen und !FEST hinzu – viele tonnen kaffee ohne abnehmerinnen. an dieser stelle hat uns julia kontaktiert.

wenngleich wir in der kaffeefabrik sonst ausschließlich eigene importe verarbeiten und unsere einkäufe für dieses jahr schon vollständig waren, haben wir uns entschieden !FEST und die ukraine zu unterstützen. mit den knapp eineinhalb tonnen die wir ihnen abgekauft haben, werden wir !FEST alleine nicht retten, aber wir sind ja auch nicht alleine. entschieden haben wir uns für einen kaffee aus nicaragua und damit beginnt die zweite geschichte.

die finca los pinos in aranjuez gehört der familie corrales, die auf vier generationen im kaffeeanbau zurückblicken kann. seit 1986 produzieren sie biokaffee in aranjuez, matagalpa am rande des naturschutzparks von el arenal. aus den samples die uns julia zuschicken konnte hatte es uns einer besonders angetan: ein trocken aufbereiteter (natural) der varietät sarchimor. schon beim mahlen der frisch gerösteten samples stach dieser kaffee besonders hervor. der intensive duft nach reifen früchten war beeindruckend. dann mussten wir nicht mehr lange überlegen. wir hatten schon länger keinen kaffee mehr aus nicaragua und einen reinen fruchtigen natural als espresso auch nicht. das passte für uns zusammen.

jetzt da wir den kaffee in wien haben beginnt seine letzte geschichte. wir hoffen, mit unserer röstung sehr viele fans für diesen tollen kaffee gewinnen zu können. und wir haben uns gedacht, es ist wieder mal zeit für moderne: geworden ist es ein sehr fruchtiger espresso, mit mittlerem körper und weichem, cremigem mundgefühl. süße und säure in harmonischer balance. wir schmecken jede menge reife früchte: zwetschke, sauerkirsche, die fermentation bei der aufbereitung gab ihm noten von rotwein und whiskey mit auf den weg. im cappuccion verschmilzt er zu einem süß-fruchtigen dessert. uns macht er richtig freude.

myr ist übrigens ukrainisch für frieden. den wünschen wir allen menschen – in der ukraine ganz besonders. bis die menschen in der ukraine wieder in frieden leben können gilt es zumindest die not zu lindern. wir haben uns daher entschlossen 2 € pro Kilo verkauftem myr an die volkshilfe nothilfe ukraine zu spenden.

myr in unserem webshop.