kaffeefabrik kaffeebar und kaffeerösterei – favoritenstrasse 4-6, 1040 Wien, Montag – Freitag 8-18 Uhr, Samstag 11-17 Uhr, Tel: +436601789092info@kaffeefabrik.at

Unsere KaffeeproduzentInnen

Damit jede Tasse Kaffee, die Sie bei uns trinken, und der Kaffee den Sie mit nach Hause nehmen noch ein bisschen einzigartiger wird, wollen wir hier ein wenig über die Herkunft unserer verschiedenen Kaffeesorten berichten:

Die Mehrheit unserer Kaffees – konkret alle bis auf „disco“ – beziehen wir *direkt von unseren KaffeeproduzentInnen, das heißt unter Umgehung von Zwischenhändlern.

 

Ecuador dt*- ACRIM -Asociación Agropecuaria-Artesanal de Productores Orgánicos Cuencas del Río Mayo, Zumba – Ecuador

Die Kooperative ACRIM besteht aus ca. 160 Mitgliedern aus den Orten Zumba, Cordón Fronterizo, Rancho Carmen, Progreso, Padilla und Chito. Sie liegen ganz im Süden des Landes an der peruanischen Grenze. ACRIM arbeitet eng mit der Nachbarkooperative APECAP zusammen, die v.a. aus jungen Kaffeebauern besteht und sich durch ihr sehr gutes Qualitätsmanagement auszeichnet. Die Mitglieder bewirtschaften durchschnittlich 1,5 Hektar große Kaffeefelder auf denen sie in Mischkultur Kaffee, Bananen und Orangen anbauen.

Der Kaffee wird vor Ort von den einzelnen Mitgliedern gewaschen und in der Kooperative aufbereitet, geschält, sortiert, die fehlerhaften Bohnen manuell aussortiert und nachgetrocknet. Im Gebäude der ACRIM in Zumba findet aber nicht nur die Qualitätskontrolle und Weiterverarbeitung (wie die mechanische Trocknung) statt, sondern auch Fortbildungen und Lehrgänge werden für die Mitglieder angeboten. Da die ACRIM eine Genossenschaft ist, erhalten die Mitglieder automatisch eine Gesundheitsvorsorge für sich und ihre Familien, denn diese ist für Genossenschaften in Ecuador vorgeschrieben.

In den letzten Jahren erzielten Kaffee der Kooperative immer vordere Plätze bei der Ecuadorianischen „Taza Dorada“, der hiesigen Version des Cup of Excellence.

ACRIM-Kaffees werden federführend von unserem Direkt-Import-Partner Quijote Kaffee importiert. Wir beteiligen uns an der Vorfinanzierung der Rohkaffees.

Höhe: 1.300m – 1.900m
Anbaugebiet: Zumba, Rio Mayo
Verarbeitung: Arabica, gewaschen, manuelle Ernte und Aussortierung
Website: www.acrim.org.ec

 

Sumatra dt* – Permata Gayo in Sumatra

Die Geschichte von Permata Gayo im Norden Sumatras begann im Jahr 2006 mitten in der Zeit nach dem Tsunami 2004 und nach dem Friedensabkommen von Helsinki 2005 zwischen der Regierung Indonesiens und der Bewegung „Freies Aceh“ (Provinz Aceh).

Die Kooperative begann als eine Gruppe von 50 Gründungsmitgliedern und hat heute etwa 2000 Mitglieder in 36 verschiedenen Dörfern, die sich in der Region Bener Meriah befinden. Permata Gayo ist eine der wenigen Kooperativen in Sumatra, die konsequent demokratische Entscheidungsstrukturen anstreben und gegen Korruption vorgehen. Die Qualitätskontrolle verbessert sich von Jahr zu Jahr und es wurden eine Baumschule, Kompostanlagen und verbesserte Verarbeitungsanlagen installiert. Für die „mageren Monate“ zwischen den Ernten stellt die Kooperative ein Ernährungsprogramm bereit, um genügend Geld für die Mitglieder zur Verfügung zu stellen.

Höhe: 1.200m – 1.600m
Anbaugebiet: Gayo Highland Region – Bener Meriah
Verarbeitung: Arabica, washed, manuelle Ernte und Aussortierung
Website: http://pgcoffeeroster.blogspot.co.at/

 

peng 3000 dt*– Kooperative „Organic Wayanad“, Kerala, Indien

Organic Wayanad Fairtrade Network ist eine Kooperative von mehr als 400 Biobauern, die die gesamte gesellschaftliche und religiöse Vielfalt der Malabar-Berge Keralas (Indien) widerspiegeln. Der Robusta-Kaffee wächst dort in schattigen Mischkulturen zwischen Obstbäumen, Gemüsesorten und Gewürzen wie zum Beispiel Pfeffer,Nelken, Muskat und Ingwer ganz ohne zugekauften Dünger.

Der Kaffee wird im Eco-pulper semi-wet verarbeitet, dadurch wird weniger Wasser konterminiert als normalerweise bei der Robusta Verarbeitung.

 

Die Kaffeefabrik in Zusammenschluss mit den Roasters United unterstützen die Kooperative durch Ko-Finanzierung einer optimaleren Wasseraufbereitung, Ökopulper sowie durch Qualitätsmanagement-Trainings.

Höhe:  800-900 m
Anbaugebiet: Wayanad, Bezirk Kerala
Verarbeitung: Robusta, semi-wet, manuelle Ernte und Aussortierung
Website: http://vanamoolika.org/organic-wayanad/
Video: http://vanamoolika.org/assets/Video/OrganicWayanadFilm.mp4

 

Bob-o-Link dt* – Kooperative „FAF“ – Fazenda Ambiental Fortaleza, Mococa, Sao Paulo, Brasilien

Der Bob-o-Link, benannt nach einem Zugvogel (Reisstärling auf Deutsch), der jährlich bis zu  20.000km zurücklegt, stammt aus dem FAF-Netzwerk, einem Zusammenschluss von Familienbetrieben, die teilweise biologisch, teilweise konventionell, aber in langfristiger Umstellung zu naturnaher Bewirtschaftung arbeiten.

Gegründet wurde das Netzwerk von der Familie Croce auf der Fazenda Ambiental Fortaleza. Neben der umweltschonenden Kaffeeerzeugung ist es erklärtes Ziel aller Familienbetriebe das ökologische Gleichgewicht der ursprünglichen Großplantagenregion wieder herzustellen.

Höhe:  930-1400m
Anbaugebiet: Mococa, Sao Paulo, Brasilien
Verarbeitung: Arabica, natural dried, manuelle Ernte und Aussortierung
Website: http://bobolinkcoffee.com/Coffee.asp?op=Home
Video: https://vimeo.com/63169146

 

Taramesa dt* – Kooperative „Taramesa“ teil der „SCFCU“ – Sidama Coffee Farmers Cooperative Union, District of Shebedino, Sidama

Diese Bohnen haben wir nicht mehr als single im Programm, aber aufgrund unserer Liebe zu dieser Region und deren Früchte ist er zu 2/3 Bestandteil unseres Blends „Sidama, Mon Amour“.

Die Kooperative Taramesa liegt in der Region Sidama, im Südosten Äthiopiens im Großen Ostafrikanischen Graben, etwa 300 km südlich der Hauptstadt Addis Ababa. Mit 2.330 Mitgliedern zählt sie zu den großen Kooperativen, die Größe der bewirtschafteten Flächen liegt jedoch nur bei durchschnittlich 0,5 ha pro Familie.

Im Jahr 2014 hat die Kooperative drei Container Rohkaffee produziert und im Jahr 2015 bereits sechs. Die ProduzentInnen erhalten aktuell 12 Äthiopische Birr für ein Pfund roter Kaffeekirschen, im Jahr 2008 waren es 4 Birr. Die Taramesa Kooperative gehört zum Dachverband Sidama Union.

Da in Äthiopien der Kaffeehandel sehr verstaatlicht ist, ist es für uns nur möglich mittels der Sidama Union Verträge mit den Kooperativen abzuschließen. Die Sidama Union zeichnet sich dadurch aus, dass sie sehr transparent arbeitet und die Kooperativen technisch und finanziell unterstützt.

Höhe: 1.800 – 1.900m
Anbaugebiet: District of Shebedino, Sidama
Verarbeitung: Arabica, natural, sonnengetrocknet, manuelle Ernte und Aussortierung
Website: www.sidamacoffee.com/

 

Kolumbien dt* – Fondo Paez, Cauca – Kolumbien

Im Westen Kolumbiens gelegen findet sich im Valle del Cauca eine der besten Kaffeeregionen des Landes und die Kooperative Fondo Paez, die 1992 gegründet wurde. Die Paez, die sich selbst auch Nasa, oder „das Volk“ nennen, ist die größte indigene Gruppe Kolumbiens. Fondo Paez wurde mit dem Ziel gegründet indigene Kultur und traditionelles landwirtschaftliches Wissen nach vielen Jahren der Unterdrückung wieder zu beleben und zu erhalten.

Haupteinkommensquelle in dieser Region ist nach wie vor der Kaffee. Fondo Paez gründete deswegen eine Reihe lokaler Kaffee-Kooperativen, um dauerhafte Einkommen für ihre Mitglieder zu sichern. Ihre Organisationsstrukturen wurden stabiler und im Jahr 2000 konnten Sie mit der Vermarktung von Kaffee durch das Spezialitätenkaffee-Programm des kolumbianischen Kaffeeverbandes beginnen. Heute ist Fondo Paez eine Konstante im fairen Handel und für demokratische Strukturen vor Ort. Die Qualitätskontrolle der Kooperative ist eine Kunst für sich und folgt einem genauen Plan: Jedes Mitglied wird vor der Ernte besucht und es werden Hinweise zum Umgang mit den Pflanzen, der Ernte und Verarbeitung gegeben. Die Mitglieder von Fondo Paez haben eine eigene Vision nachhaltigen Lebens für ihre Gemeinschaften entwickelt. Die Vision ist an sich schon bemerkenswert, ganz besonders aber im Kontext von Globalisierung, der Unterdrückung indigener Gemeinschaften und im Zusammenhang der kolumbianischen politischen Entwicklung.

Höhe: 1.300m – 1.900m
Anbaugebiet: Cauca
Verarbeitung: Arabica, gewaschen, manuelle Ernte und Aussortierung
Website: www.fcolombianuestra.blogspot.de

Honduras dt* – APPROLMA – Asociacion de Productoras Libres de Marcala, Marcala – Honduras

Die Kooperative Aprolma (Asociacion de Productoras Libres de Marcala) wurde 2013 gegründet und hat im Moment 69 ausschließlich weibliche Mitglieder, zum großen Teil indigene Lencas. Jedes Mitglied bewirtschaftet durchschnittlich 1,5 Hektar in Mischkultur. Neben Kaffee werden andere Erzeugnisse wie Bananen, Orangen oder Yucca angepflanzt, um die Familie zu ernähren. Ziel der Kooperative ist nicht nur den allerbesten Kaffee zu produzieren, sondern ebenso die Frauen zu ermächtigen und ihnen finanziellen Erfolg und Stabilität zu bieten. Dreimal jährlich treffen sich alle Frauen, um die aktuelle Lage zu besprechen, Vorstände zu wählen oder Projekte zu planen.

In einem Land, in dem die Rechte von Frauen permanent missachtet werden und das eine der höchsten Mordrate an Frauen weltweit besitzt, kümmert sich eine Frauenkooperative insbesondere auch um gesundheitliche und soziale Belange. Wie viele Kooperativen rund um Marcala hat Aprolma eine zentrale Verarbeitungsanlage, an der die geernteten Kaffeekirschen abgeliefert und dann zusammen weiterverarbeitet werden. Wenn die Kaffeekirschen abgeliefert werden, erhalten die Frauen direkt eine erste Teilzahlung. Daher sind unsere Vorfinanzierungen so wichtig.

Der Kontakt zu dieser Kooperative wird durch unsere Roasters United Partner von Flying Roasters (von denen dieser Text stammt) und Just Coffee gepflegt.

Höhe: 1.200m – 1.700m
Anbaugebiet: Marcala, Chinacla und San Jose
Varietäten: Catuai, Bourbon, Typica, Lempira
Website: www.facebook.com/APROLMA/

Grandoro dt* – Biosfair S.A. Jinotega, Nicaragua

Unseren Grandoro beziehen wir direkt von unserem Partner Biosfair S.A. Spezialitäten aus besten Lagen über 1100 Meter Seehöhe im Norden Nicaraguas. Diese Art von Hochlandkaffee wird auch SHG, „strictly high grown“, genannt. Unser Kaffee wird von unseren Partnern, Kleinbauern, die meist nicht mehr als 1-3 Hektar Grund bewirtschaften, im Einklang mit der Natur angebaut – im Schatten von Bäumen und ohne, oder mit minimalem Einsatz von künstlichen Düngemitteln.

Kaffee und Bananen

In der Abgeschiedenheit der Bergregionen, in denen unsere Produzenten leben ist das Ökosystem noch intakt und die Kaffeepflanzungen zumeist in den ursprünglichen neotropischen Nebelwald eingebettet. Das Zusammenspiel von Höhenlage, vulkanischem nährstoffreichem Unterboden, dicker Humusschichten, reichlichen Niederschlägen (ausreichend Wasser), Bäumen als Schattenpflanzen und gemäßigter Temperatur bietet optimale Wachstumsbedingungen für die Kaffeepflanze. Nachteile der Abgeschiedenheit sind die schlechte und oft kaum vorhandene Infrastruktur wie Straßen, Kommunikation, Stromversorgung, Gesundheitsversorgung und Bildungseinrichtungen. Weil es keine Straßen gibt, stellt der Transport ein Problem dar. Dadurch wird der Kaffee de facto biologisch angebaut, da auch der Transport von Düngemitteln nicht oder nur schwer möglich ist. Die Bringung der Ernte erfolgt meist mit Maultieren.

Langfristiges Ziel von unserem Partner Biosfair S.A. ist es, ohne die Region zu „erschließen“, die Lebensbedingungen der Bauern mit Solarpanelen und Kleinwasserkraftwerken zur Stromgewinnung auf den Fincas zu erhöhen, sowie Schulen und Gesundheitsstationen auszubauen. Unsere Produzenten sind sich bewusst, dass im Einklang mit der Natur zu leben bedeutet, die natürlichen Ressourcen wie Wasser und den Regenwald schützen zu müssen. Viele haben durch Umgang mit Pestiziden, die sie in ihrem langen Arbeitsleben als Lohnarbeiter für große Haciendas gezwungenermaßen gehabt haben, gesundheitliche Schäden davongetragen, die sie zu einem Umdenken veranlasst haben, das sie nunmehr auf ihrem eigenen Land in einem naturnahen Anbau umsetzen.

Die Fincas sind meist ein Vielfaches größer als die bewirtschaftete Fläche und verfügen über einen gewissen Anteil an primärem und sekundärem neotropischen Nebelwald (Regenwald im Hochland). Biosfair ermutigt die Bauern dazu, den Baumbestand zu erhöhen, bzw. den primären Regenwald unangetastet zu lassen und nicht in Weideland zu verwandeln. Daher ist der Kaffeeanbau, der im Schatten der Bäume erfolgt, wenn der Absatz gewährleistet ist, eine gute Alternative zur Viehzucht. Durch Schulungen mit Agraringenieuren wird die derzeitige Anbaumethode technifiziert, dass heißt, es wird der Kaffeestrauchpflege besonderes Augenmerk gewidmet.

Wir haben zum Ziel, die Einkommen der Bauern zu erhöhen, indem wir ihnen höhere und faire Preise für ihren Kaffee zahlen. Dabei befinden wir uns weit über dem aktuellen Fairtrade – Preis, der ja auch nicht direkt an die Bauern weitergegeben wird, sondern im Gegenteil von den Bauern ebenfalls einen Beitrag einfordert. Wir vertreten die Auffassung, dass den Bauern in diesen ausgesetzten Lagen unmittelbar mit einer höheren monetären Abgeltung für ihr Produkt besser geholfen ist.

 

Zu andere Kooperativen von denen wir direkt beziehen (Äthiopien: Darra Shilicho, Guatemala: Appaece, Honduras: Comsa, usw.) in Kürze mehr.

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