kaffeefabrik kaffeebar und kaffeerösterei – favoritenstrasse 4-6, 1040 Wien, Montag – Freitag 8-18 Uhr, Samstag 11-17 Uhr, Tel: +436601789092info@kaffeefabrik.at

So geht Transparenz richtig

In der aktuellen Politik wird viel über Transparenz gesprochen, bei der Umsetzung tun sich unsere Parteien dann überraschend schwer. Man hat das Gefühl es wird einem eine Fensterscheibe aus Milchglas als durchsichtig verkauft.

Hier geht es aber um Kaffee und auch in unserem Geschäft wird Tranparenz hoch gehandelt. Vor dem Hintergrund dass der Weltmarktpreis für Rohkaffee seit langem besorgniserregend niedrig ist, bemühen sich viele Röster ihre Kaffeeeinkäufe als besonders fair, direkt und transparent darzustellen. Was dies im Detail letztlich bedeutet, wird jedoch sehr unterschiedlich interpretiert, sodass auch „direkt gehandelt“ längst zu einer recht schwammigen Marketingfloskel verkommen ist. Inflationär verwendet, entwertet sich der Begriff für alle – gleich wie viel oder wie wenig Verbindung tatsächlich zu den ProduzentInnen besteht.

Um dem Begriff wieder Substanz zu verleihen und auf dem Weg hin zu besseren Handelsbeziehungen einen Schritt weiter zu kommen bedarf es der Verknüpfung mit Transparenz. Zahlen auf den Tisch zu legen und überprüfbar zu sein. Welche Preise werden den ProduzentInnen bezahlt? Welche Mengen in welcher Qualität wurden erworben? Wer ist der Importeur tatsächlich? Gibt es außer dem Handel noch andere Verbindungen oder Projekte die aktiv verfolgt werden? Sind die Käufer persönlich vor Ort? Um welche Sturkturen handelt es sich beim ProduzentInnen – große Farmen oder Kooperativen? Wird nur vage von nachhaltigem Anbau gesprochen oder ist der Kaffee bis zum Kunden bio-zertifiziert? Wird die Kaffeeernte vorfinanziert und von wem? Und nicht zuletzt: wie viele ihrer Kaffees werden so bezogen? Soll heißen, machen die transparent gehandelten Kaffees einen substantiellen Anteil am Sortiment eines Rösters aus oder dienen sie lediglich einer gefälligen Marktkommunikation.

Eine von einer Gruppe von internationalen Kaffeeröstern ins Leben gerufene Initiative hat aus diesen Überlegungen einen gemeinsamen Standard für Transparenz im Rohkaffeehandel formuliert. Diese als „The Pledge“ bezeichnete Selbstverpflichtung bindet teilnehmende Röster und Importeure zur Veröffentlichung von zentralen Kennzahlen ihrer Tätigkeit: Handelspartner/Produzent, Menge und Qualität des gekauften Kaffees, Preis angegeben als FOB (Free on Board) in US$/Pfund, Länge der Handelsbeziehung, Anteil der transparenten Kaffees am Gesamtvolumen. Und daran geknüpft die Verpflichtung den Anteil an transparenten Kaffees laufen zu steigern bis 100% erreicht sind.

Für die kaffeefabrik haben wir diese Daten in unserem Rohkaffee Transparenz Report zusammengestellt.

Faire und langfristige Beziehungen zu unseren ProduzentInnen gehören zu den Grundprinzipien unserer Arbeit wie das Streben nach höchster Qualität. Wir wissen, dass wir großartige Kaffees unseren ProduzentInnen verdanken – wir können nichts hervorbringen, was nicht schon im Rohkaffee angelegt ist. Damit wir diese Kaffees auch morgen noch verarbeiten dürfen braucht es Nachhaltigkeit – ökologisch und ökonomisch. Deshalb arbeiten wir als Teil von Roasters United mit strengen Mindeststandards – vom Preis über den biologischen Anbau bis hin zu jährlichen persönlichen Besuchen. Deshalb wollen wir als Unterzeichner von „The Pledge“ mithelfen in der Kaffeeindustrie mit gutem Beispiel voranzugehen, in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten.

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